Image - Susanne Werdin

Susanne Werdin

Leipzig

Malerei
  • © Susanne Werdin
  • © Susanne Werdin
  • © Susanne Werdin
  • © Susanne Werdin

Hat man die vielen Treppen nach oben in das Atelier Susanne Werdins überwunden, trifft man hier auf eine reich gefüllte Räumlichkeit, die ihre Arbeitsprozesse in allen Facetten widerspiegelt. Eine lebendige Arbeitswelt, aus der sie einen weiten Blick auf Leipzig, vor allem auf dessen industriegeprägte Strukturen, hat.
Ihr unverkennbarer Stil mit seiner konstruktiv-konkreten Formensprache wird schnell deutlich. Die Leipziger Künstlerin setzt Linie, Kreis und Quadrat bzw. Rechteck zueinander oder zum Umfeld in Beziehung. Dabei besteht oftmals das Ganze aus mehreren, in sich eigenständigen Teilen. Werdin visualisiert, was immateriell vorhanden ist. Grundthema ihrer Arbeiten ist das Verhältnis von Sichtbarem und Unsichtbarem, Tiefe und Oberfläche, Verdecktem und Durchscheinendem. So konstruiert sie Winkelverhältnisse, Richtungsverläufe, Flächenverdichtungen, Farbendurchdringungen, Bewegungsentwicklungen usw. als eine Art „Abbild“ universeller Geschehnisse. Sie legt Quadrate oder deren Ausschnitte übereinander oder durchbricht sie und lässt Kreisformen durchscheinen. Durch den Gebrauch von matten und glänzenden Flächen lässt sie Spannungsfelder entstehen, die den Schein einer räumlichen Tiefe und Vielschichtigkeit erzeugen.
Sie selbst kam zunächst über die Musik zur Buchkunst, dann zu Holzschnitt, Radierung, Zeichnung und Malerei. Die Verwandtschaft von Musik und Malerei nutzt sie bis heute, denn: „Bei beidem geht es um Rhythmus, Farbigkeit und Intensität“.
Die gegenständliche Malerei sorgte in den letzten Jahren unter dem Begriff „Leipziger Schule“ für Aufmerksamkeit. Weniger bekannt ist, dass sich Absolventen der Leipziger Hochschule auch mit abstrakter und konkret-konstruktiver Kunst auseinandersetzen. So gibt es in Leipzig eine ganze Reihe von Künstlern, die konsequent und zum Teil unter großen Schwierigkeiten ihre Arbeit dieser Formensprache verschrieben haben, so zum Beispiel Manfred Martin, Johannes Keller, Roland Meinel, Edda Jachens und Peter Krauskopf. Es sind Künstler, die durch ihre geometrische Formensprache und deren malerischen Umsetzung neue phantastische Räume öffnen.
Auch Susanne Werdin studierte somit in der Tradition der „Leipziger Schule“, beschreitet aber mit den dort gemachten Erfahrungen einen anderen Weg.

1964
geboren und aufgewachsen in Guben

1982 - 85
Ausbildung zur Kantorin an der Kirchenmusikschule Greifswald

1986 - 91
Ausbildung zur Krankenschwester in Berlin

1991 - 97
Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig

1997
Diplom als Malerin/Grafikerin (Prof. R. Kuhrt) 2003 Abschluss des Aufbaustudiums als Meisterschülerin (Prof. V. Pfüller)

seit 2001 als Malerin und Grafikerin in Leipzig tätig

seit 1994 u. a. in Bad Steben, Berlin, Bietigheim-Bissingen, Braunschweig, Chemnitz, Coburg, Eschborn, Freiburg (Breisgau), Darmstadt, Dortmund, Dresden, Gelsenkirchen, Hof, Jena, art Karlsruhe, Leipzig, Meyenburg, München, Osnabrück, Pforzheim, Plauen, Reichenbach, Riegel (a. K.), Schramberg, Schwetzingen, Stuttgart, Speyer, Zella-Mehlis, Zwickau und in Belgien, Frankreich, Italien, Österreich, Polen und in der Schweiz


Karl-Krug-Preis der Leipziger Grafikbörse e. V., 2011
Druckspechtpreis bei den 100 Sächsischen Grafiken 2008, Chemnitz
Preisträgerin des Grafikwettbewerbes LiteraGraf 2005, Leipzig
3. Preis beim Kurzkrimiwettbewerb Burgdorf/Schweiz, 2004


Stipendien

2011
Teilnahme am 11. Bildhauerpleinair, Göpfersdorf

2008
Teilnahme an der 18. Druckwerkstattwoche im Bürgerhaus, Zella-Mehlis

2008
Teilnahme Grafiksymposium „Zebra IV", Zwickau

2007
Teilnahme am Lithographie-Symposion im stein werk Leipzig

2003
Arbeitsaufenthalt in der Winckeldruckerey Speyer

2001
Teilnahme am 11. Sächsischen Druckgrafiksymposion

2000
Arbeitsstipendium der Aldegrever-Gesellschaft e. V. in der Druckwerkstatt Kätelhön in Wamel am Möhnesee

1999-2001
Stipendiatin des Ev. Studienwerks Villigst e. V.


Staatliche Kunstsammlungen Dresden Deutsche Nationalbibliothek Württembergische Landesbibliothek Neue Sächsische Galerie Chemnitz Kunsthalle der Sparkasse Leipzig Klingspor-Museum Offenbach Grafik Museum Stiftung Schreiner Bad Steben Sparkasse Vogtland Privatsammlungen