Der Kunstautomat

 KA


 

Al Ma'mal cordially invites you to a solo exhibition by


Bashir Qonqar
'Free Fall'

Wednesday 25 January, 2017, 18:00 - 21:00
The exhibition will run until 29 February.
Al Ma'mal, New Gate, Old City
JERUSALEM

 

 

 


 

Bild des Monats

 

 

SIBYLLE PRANGE
Züblin AG Jena
10.2016-10.2017

 

Peinair 2013 Jena

Einladungskarte Jena2013f

Einladungskarte Jena2013r

Zum siebten Male findet das Europäische Pleinair Symposium statt und zum dritten Mal kehrt es an seinen Ursprung ins Jenaer Glashaus im Paradies zurück. Seit 2006 trafen sich Künstler aus vielen europäischen Ländern, um gemeinsam in Jena, Saint Henri, Diwejewo, Moskau, Marzens zu arbeiten, ein erster Besuch in Palästina und Israel hat stattgefunden.
Das erste Symposium im Jahr 2006 wurde von uns initiiert, um im Gedenken der Schlacht bei Jena und Auerstedt ein friedvolles Aufeinandertreffen von Kulturen zu ermöglichen. Schnell hat sich das überaus erfolgreiche Projekt „Europäisches Pleinair Symposium“ herausgebildet. Unser Dank gilt allen Partnern, Unterstützern und engagierten Künstlern, die den Symposiumsansatz konsequent mitverfolgen. Tausende Besucher haben seit 2006 die Ergebnisse der Symposien in Frankreich, Russland und Deutschland erlebt, genossen und diskutiert. Es stellt in seiner Regelmäßigkeit eine Vorreiterrolle der Kunstbewegung aus Thüringen dar. Ein Pleinair zu veranstalten, soll heißen, Naturanschauung und Kunst, Aktion und Kontemplation, Schaffen und Sprechen zu verbinden, im Sinne eines Sich-Entziehens gegenüber den Alltagszwängen, mit dem Ziel einer größtmöglichen geistigen Freiheit. Der Verein Glashaus im Paradies bietet die ideale Keimzelle für ein solches Projekt. Mit seinem Zweck der Förderung von Kultur im Zusammenhang mit Natur- und Umweltverständnis einerseits und dem Glaspavillon als Gebäude andererseits, der als jüngstes Baudenkmal Thüringens im späten „international style“ selbst keine bessere architektonische
Kulisse darstellen könnte. Bietet sich doch aus der Architektur heraus stets ein Blick auf belebte und unbelebte Natur im Volkspark Oberaue mit den Kalkhängen Jenas.
2013 ist für das Projekt ein besonderes Jahr, da sich hier das Symposium von einem europäischen hin zu einem internationalen Projekt entwickelt hat. Die Öffnung über Europas Grenzen hinweg ist die konsequente Weiterentwicklung. 16 Gäste aus Frankreich, Italien, Russland, Palästina, Israel und Deutschland werden in Jena empfangen. Es wird ihnen eine Woche lang die Möglichkeit eröffnet, gemeinsam zu arbeiten und Jena als Ort der Begegnung, mit all seinen Facetten, zu erfahren. Gleichzeitig bietet es eine Plattform für den Austausch mit den Künstlern vor Ort und eröffnet durch die Ausstellung der Öffentlichkeit aktuelle Einblicke und Reflexionen.
Die in den kommenden Jahren geplanten Symposien werden Kunst als Kommunikationsmedium in den Mittelpunkt stellen und Anstoß zu weiterer internationaler Einigung auf kommunaler Ebene geben.
Wir freuen uns auf unsere Gäste, eine erlebnisreiche Woche in Jena und natürlich auf die Ausstellung mit den Ergebnissen dieses Symposiums.
Armin Huber und Torsten Treff

Gedanken zum „Europäischen Pleinair

Symposium“ 2013 in Jena

von Nadine Rall, Kunsthistorikerin, Jena

Wo fängt man bei der Beschreibung von etwas ganz Besonderem an? Bei der Idee, dem Namen, den beteiligten Personen? Oder beginnt man doch besser mit bewährten Adjektiven wie: innovativ, kreativ, impulsiv? Überall anzutreffen, beschreiben diese Worte jedoch alles und damit nichts.

Dieser Text zum „Europäischen Pleinair Symposium“ stellt sich der Herausforderung, die passenden Worte für ein eigenwilliges Kunstprojekt zu finden. Schon in den ersten Gesprächen mit den beteiligten Galeristen der Kunsthandlung „Huber & Treff“ zeigt sich, dass hier aus vielen kleinen Facetten etwas Großes entsteht. Nicht zuletzt durch Zufälligkeiten – das scheint dem doch recht wissenschaftlich anmutenden Titel zunächst zu widersprechen, doch es geht um Kunst! Und was wäre diese ohne Zufall und Spontaneität!?

Man stelle sich nun vor, der oder die Kunstschaffende lässt der Kreativität und Eingebung nicht abgeschottet im eigenen, gewohnten Atelier freien Lauf, sondern arbeitet Seite an Seite mit anderen Künstlern an einem fremden und außergewöhnlichen Ort. In Jena ist dieser Ort auch 2013 wieder das Glashaus im Paradies – wahrlich ein Paradies: schafft es der Glaspavillon doch, die umgebende Natur quasi in den Raum hinein zu holen. Ganz im Sinne der Architektur Mies van der Rohes verbindet sich das Gebäude durch zahlreiche Sichtfenster mit der Natur; am deutlichsten wohl durch die Glasfassade, die an einer Ecke Stoß auf Stoß ohne störende Stütze zusammenläuft. Optisch entsteht besonders dort der fließende Übergang zwischen drinnen und draußen. Die Künstler des 19. Jahrhunderts wären von einem solchen Ort vermutlich schier begeistert gewesen: Innenraum, Natur und städtische Geschäftigkeit begegnen sich, fließen zusammen und werden gleichsam gleichzeitig eins. Wollten Maler vorangegangener Jahrhunderte „die Welt“ darstellen, so fertigten sie eine flüchtige Skizze vor Ort oder entwickelten das Bild gleich aus der Vorstellung heraus; ausgeführt wurde es traditionell stets im Atelier. Im 19. Jahrhundert genügte vielen Künstlern diese Art der Malerei und die daraus entstandenen Bilder nicht mehr: es fehlte etwas; bildeten sie doch nur bedingt ab, was man in der Natur tatsächlich sah. Folgerichtig nahmen die Künstler ihre Malutensilien und begaben sich mit Staffelei, Pinsel und Farben unter den freien Himmel – en plein air. Die Maler konnten so augenblicklich festhalten, was sie unmittelbar in ihrer Umgebung – sei es nun Wiese, Feld, Stadt oder Wald – erblickten, erlebten und wahrnahmen. In ihren Gemälden bannten sie die Wirkung des natürlichen Lichtes ebenso wie die vorherrschenden Stimmungen, Eindrücke und Impressionen.

Damals wie heute geht es bei der Arbeit en plein air um eben diesen Effekt des unmittelbaren Einflusses der Umgebung auf das Kunstwerk wie auch auf den Künstler. Nicht ohne Grund findet sich also das Wörtchen „pleinair“ im Titel des Projektes „Europäisches Pleinair Symposium“. Begegnen sich nun mehrere Kunstschaffende an einem ausgewählten Ort, so verbindet sie die dortige spezielle Landschaft genauso miteinander wie ihre Tätigkeit: die bildende (klassische) Kunst. Denken wir nun an die Adjektivgruppe zu Beginn dieses Textes zurück, so scheinen in der heutigen Zeit weder die Kunst des Pleinairs noch das Zusammenkommen von Künstlern etwas nennenswert impulsives und innovatives zu sein. Betrachten wir diese beiden Aspekte jedoch hinsichtlich des Wandels unserer Gesellschaft und ihrer künstlerischen Ausdrucksformen seit dem 19. Jahrhundert hin zu einer modernen, globalisierten Welt, so wird es spannend: Die Künstler kommen nun nämlich nicht mehr aus ein und derselben Region, sondern reisen aus unterschiedlichen Ländern und verschiedenen Kulturkreisen an. Der beschriebene Effekt des Pleinairs weitet sich in Folge dessen aus, da er nun auch den Austausch der Kulturen umfasst. Landschaft muss demnach im weitesten Sinne als Kulturlandschaft verstanden werden. Somit treffen beim „Europäischen Pleinair Symposium“ nicht nur die unterschiedlichsten Künstler mit ihrer jeweils eigenen Persönlichkeit, sondern auch ihren kulturellen Eigenheiten aufeinander. Reibungen im positiven Sinne sind dabei vorgesehen und gewünscht. Findet dadurch doch ein Austausch sowohl auf der persönlichen als auch auf der kulturellen Ebene statt – der gemeinsame Arbeitsort erzwingt eine offene Arbeitsweise, bei der sich die teilnehmenden Künstler direkt miteinander und ihrem Kunstschaffen aussetzen, sich gegenseitig besprechen, beeinflussen, ja bereichern. Eine Woche lang bietet das „Europäische Pleinair Symposium“ den teilnehmenden Künstlern eine eigentümliche Balance zwischen der eigenen Beschäftigung mit dem Ort und dem Interagieren aller Beteiligten. Während dieser kurzen Zeit wachsen die Akteure zu einer kleinen Künstlergemeinschaft zusammen – und hierin verbirgt sich das große Potenzial des engagierten Kunstprojektes! Verbunden durch das gemeinsame Arbeiten zur gleichen Zeit am gleichen Ort, öffnen sich die Kunstschaffenden nicht nur in ihrer Arbeitsweise den anderen Künstlern, sondern brechen Grenzen auf und widerlegen Vorurteile, denen sie sich bis dahin vielleicht selbst noch nicht bewusst waren. Innerhalb einer Woche wachsen das gegenseitige Verständnis und der Respekt füreinander; es entstehen Freundschaften.

Diese Freundschaften sowie die Regelmäßigkeit des „Europäischen Pleinair Symposiums“ seit 2006 an wechselnden Spielorten beweisen, dass das Projekt keine Eintagsfliege ist und auch nie sein sollte. Es ist langfristig angelegt, um Entwicklungslinien wie -tendenzen in der europäischen Kunst beobachten und feststellen zu können. Ein solches Projekt wächst stetig und gedeiht am besten, indem Dynamik und Beständigkeit in aller Ambivalenz eine Symbiose eingehen. Das „Europäische Pleinair Symposium“ zeichnet sich durch eine hohe Vernetzung europäischer Künstler und Galerien aus und bietet dabei die Möglichkeit, sich persönlich zu begegnen. Gerade im Zeitalter der neuen Medien lassen sich so die bestehenden Kontakte auf vielfältigere und facettenreichere Art und Weise pflegen und ausbauen. Fixpunkt bleibt dabei stets die Kunst und die Aussage, dass sie als nonverbales Ausdrucksmittel ernst genommen wird. Wenn man so will, übernimmt das Projekt die Rolle eines Kulturbotschafters, der den internationalen Austausch anregt und fördert und dabei jeden beteiligten Veranstaltungsort als Standort für die bildende Kunst attraktiv macht.

Eine Woche – kreative Schaffenszeit für lediglich eine Momentaufnahme; Zeit, um die starken Merkmale und Auffälligkeiten wie auch das Unscheinbare der umgebenden Sphäre auf das Trägermaterial zu bannen; aber auch Zeit, um den Schaffensprozess eine Eigendynamik entwickeln zu lassen; Zeit, um die Sicht auf die eigene Arbeit durch Gespräche und Diskussionen mit den anderen Teilnehmern zu verändern. Eben diese Kurzweiligkeit macht die abschließende Präsentation der Ergebnisse zu einer Art Wundertüte. Verständlich also, dass die Ausstellungen des „Europäischen Pleinair Symposiums“ wahre Besuchermagnete darstellen. In Zukunft könnte diese Wundertüte noch mehr an Vorfreude und Spannung entfalten, galt doch der Besuch Beit Jalas und Tel Avivs im Sommer 2012 der Entdeckung und Werbung neuer künstlerischer Talente für das Projekt.

2013 wächst das Projekt somit zum ersten Mal über seine europäischen Grenzen hinaus und beweist eindrücklich, dass die benannte Symbiose aus Beständigkeit und Dynamik funktioniert: Das Projekt entwickelt sich kontinuierlich weiter und wandelt sich allmählich zu einem internationalen Projekt. Wir dürfen also gespannt sein und bleiben, was dieses und die kommenden Jahre für das „Europäische Pleinair Symposium“ bereithalten. Gewiss bleiben die drei großen Punkte, um die das Kunstprojekt stets kreist:

Landschaft – Begegnung – Austausch.

 

 

Thoughts on the “European Pleinair

Symposium” in Jena in 2013

By Nadine Rall, Art Historian, Jena

(Translation: Brian Poole)

How do you begin a description of something very special? With the idea? The name? The people involved? Or would it be better to start with tried and trusted adjectives like innovative, creative, or impulsive? Such words — everywhere to be found — tend, however, to describe just about anything and thus nothing in particular.

This text on the “European Pleinair Symposium” faces the challenge of finding the appropriate words for an unconventional art project. Already in the first conversations with the gallerists involved at the art dealership “Huber & Treff” it was apparent that, here, something great is bound to arise out of the many small facets — not the least due to coincidence, although that seems to contradict the rather scientific sounding title. But the project does indeed revolve around art. And what would art be without coincidence and spontaneity?!

Just imagine, for the moment, an artist at work, giving free reign to his or her creativity and inspiration — not, however, isolated in his or her own familiar atelier but rather side by side with other artists at a strange and unusual location. In Jena, the “Glass House” will once again serve as the location for this encounter, and it is truly a paradise. The glass pavilion manages to draw the surrounding natural environment into the room. Comparable to architectural designs by Mies van der Rohe, this building, with its numerous windows, blends into the nature around it — above all thanks to its glass façade, which flows together at one corner without anydistracting trusses. Here in particular a flowing transitional point between inside and outside has been created. Nineteenth century artists would likely have been entirely thrilled by such a location. The interior space, the nature, and the urban bustle combine harmoniously, flowing together and simultaneously forming a unity. When painters of previous centuries attempted to depict ‘the world,’ they hastily made an on-site sketch or developed an image from their imagination; traditionally, that image was then generally completed in the atelier. In the nineteenth century many artists were no longer satisfied with this type of painting and the pictures it gave rise to. There was something missing — they offered only a limited portrayal of what one actually sees in nature. Consequentially, the artists packed up their painting utensils and set off — with easel, brush and paints in hand — to the great outdoors: en plein air. Here the artists were able to record what they saw, experienced and perceived immediately in their surroundings, be it a meadow, a field, a city, or a forest. In their paintings they captured the effect of natural light as well as the prevailing moods, apprehensions and impressions.

Then as now, working en plein air addresses precisely this effect of the immediate influence of one’s surroundings on a work of art as well as on the artist. And that is why the words “plein air” figure prominently in the title of the “European Pleinair Symposium”. Whenever several creators of art encounter each other at one select location, they find themselves united by the landscape at that site as well as by their common activity: the (classical) fine arts. If we recall the group of adjectives at the beginning of this text, it would seem that, today, neither art created en plein air nor the meeting of artists is actually something particularly impulsive and innovative. But if we view these two aspects in regard to the changes in our society and in artistic expressive forms from the nineteenth century to our modern globalised world, that’s where things get interesting. For, here, the artists no longer come from one and the same region; rather, they travel here from various nations and from various cultural backgrounds. The effect of the “pleinair” described here is thus expanded to encompass the exchange of cultures. And landscape must thus be understood in its broadest sense as cultural landscape. The “European Pleinair Symposium” features an encounter between the most diverse artists, each of them with their own particular personality as well as their own cultural heritage. Friction in the positive sense is to be expected and is even thought desirable. An exchange thus transpires both on the personal as well as the cultural level. The common location forces an open manner of working whereby the participating artists are directly exposed to each other and to their various manners of creating art; they discuss their works with each other, thus influencing and even enriching each other. Over the course of one week, the “European Pleinair Symposium” offers the participating artists a characteristic balance between an individual artist’s own involvement with the location and the integration of all the other participants. During this short period of time the participants grow together to form a small artists’ community, and therein lies the great potential of this engaging art project. Bound together by their common work — taking place at the same time and at the same place — the artists not only reveal their working methods to the other artists; they also break down the borders and eradicate prejudices which they themselves were perhaps unconscious of previously. In just one week, a reciprocal understanding and respect for each other arises; friendships are made.

These friendships, in addition to the regularity of the “European Pleinair Symposium” since 2006 at various locations, prove that the project is not a fly-by-night operation — and it was never conceived as such. It has been planned long-term in order to observe and assess developmental lines and tendencies in European art. Such a project grows continually and flourishes best when its dynamics and its continuity are allowed to form a symbiosis in all their ambivalence. The “European Pleinair Symposium” is known for its integral networking with European artists and galleries, and it offers them the opportunity to encounter each other personally. Particularly in this age of new media, the existing contacts can thus be maintained and expanded in a more diverse and multifaceted manner. Its focal point remains, however, the art and the claim that it be taken seriously as a non-verbal medium of expression. In a word, the project assumes the role of a cultural ambassador, stimulating and supporting international exchange while making each location involved appear attractive as a place for practicing fine art.

One week offers just enough creative time for a snapshot perspective — time enough to convey the prominent characteristics and distinctive features as well as the inconspicuousness of the surroundings to one’s canvas; but also time enough to allow one’s creative process to develop its own dynamic; and time enough to change one’s views of one’s own work through conversations and discussions with the other participants. This engaging brief period culminates in the presentation of the symposium’s results at the end in a sort of surprise package. It is thus obvious that the exhibitions of the “European Pleinair Symposium” are veritable crowd catchers. In future, the resulting surprise packages could develop even more anticipatory pleasure and suspense: in the summer of 2012, visits to Beit Jala and Tel Aviv were conducted in order to discover and attract new artistic talents.

In 2013 the project will grow beyond our European borders for the first time, proving beyond all doubt that the symbiosis of continuity and dynamics actually works. The project continues to develop further and is slowly evolving into an international project.

Thus we can certainly look forward to what this year and the coming years will offer for the “European Pleinair Symposium”. Certainly the three focal points upon which this art project rests will remain:

Landscape — Encounters — Exchange.